Demnächst im Roxy Kino


VAN GOGH - AN DER SCHWELLE ZUR EWIGKEIT - ab 18. April

Großbritannien/ Frankreich 2018, 110 Minuten, Regie: Julian Schnabel, mit Willem Dafoe, Oscar Isaac, Rupert Friend u.a.


Vincent van Gogh leidet unter starken psychischen Problemen und gravierenden emotionalen Schmerzen. Er ist erfolgreicher Maler und Zeichner, doch geplagt von Weltschmerz. In seiner Sinneskrise ist es nicht zuletzt ein Priester der van Gogh fragt: Bist du der geborene Künstler? Während sein Freund Paul Gauguin eine bahnbrechende Kunstrevolution, von van Gogh angeführt, vorsieht, flüchtet der Künstler in die Natur, auf der Suche nach einem Fleck Erde, den die Kunst noch nicht entdeckt hat. Doch seine mentalen Dämonen lassen ihn nicht los und treiben van Gogh in eine psychiatrische Anstalt und schließlich auch dazu, sich das Ohr abzuschneiden und Selbstmord zu begehen.

Biografisches Drama über die letzten Jahre des Vincent van Gogh, im Original benannt nach einem Ölgemälde des niederländischen Künstlers.


THE HOLE IN THE GROUND - ab 2. Mai

Irland 2019, 91 Minuten, Regie: Lee Cronin, mit Seána Kerslake, James Quinn Markey, Simone Kirby u.a.


Sarah versucht ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und zieht mit ihrem achtjährigen Sohn Chris an den Rand einer abgelegenen Kleinstadt. Als Chris nach einem Streit in den Wald läuft, entdeckt Sarah auf der Suche nach ihm ein riesiges Senkloch im Boden. Chris kehrt scheinbar unversehrt zurück, doch schon bald bemerkt Sarah beängstigende Veränderungen in seinem Verhalten. Die verstörende Begegnung mit der verwirrten Nachbarin, die vor Jahren ihr eigenes Kind tötete, verstärkt Sarahs Misstrauen nur noch mehr. Ist der Junge, der in ihrem Haus lebt, wirklich ihr Sohn Chris?

Lee Cronin hat mit seinem fesselnden Debüt eine wahre Genre-Perle voller Atmosphäre und Suspense erschaffen. Seána Kerslake brilliert als junge Mutter, für die der eigene Sohn zur Quelle des Grauens wird.

STAN & OLLIE - ab 9. Mai

Großbritannien/ Kanada/ USA 2018, 98 Minuten, Regie: Jon S. Baird, mit Steve Coogan, John C. Reilly, Nina Arianda u.a.


Stan Laurel und Oliver Hardy, das beliebteste Komiker-Duo der Welt, befindet sich 1953 auf einer Tour durch Großbritannien. Ihre besten Jahre als die „Könige der Hollywoodkomödie“ hinter sich, sehen sie sich mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Zu Beginn ihrer Tour kreuz und quer durchs Land, sind die Zuschauerräume enttäuschend leer. Doch durch ihr Talent, sich immer wieder gegenseitig zum Lachen zu bringen, beginnt der Funke auf ihr Publikum überzuspringen. Es gelingt ihnen durch den Charme und die Brillanz ihrer Aufführungen, alte Fans zurückzugewinnen und neue zu begeistern: Die Tour wird zum einem Riesenerfolg! Doch die Gespenster ihrer Vergangenheit holen sie ein und stellen Stan und Ollies Freundschaft auf eine Bewährungsprobe…

 

Stan Laurel und Oliver Hardy: Noch heute lachen Jung und Alt herzlich über das geniale Komiker-Duo, das sich so herrlich streiten konnte, mit Fingerstups in die Augen oder Schubs gegen die Schulter, im Kampf mit der Tücke des Objekts oder ihren Ehefrauen. In den 1970er Jahren erlebten sie im deutschen Fernsehen ein fabelhaftes Comeback, nun macht ein Kinofilm mit einem unbekannten Abschnitt ihrer Karriere vertraut. Stan und Ollie begeben sich 1953 auf Theatertour durch Großbritannien. Doch die Zeiten haben sich geändert… „Stan & Ollie“ ist voller zärtlicher Momente, und geschickt findet Baird die Balance zwischen lustigem Slapstick und leisem Drama. Und wird dabei von zwei tollen Darstellern unterstützt. Großartig in den Titelrollen: Steve Coogan und John C. Reilly
 

Sie sind das wohl größte Komikerduo der Filmgeschichte: Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957). Die deutschen Kinos machten sie lange Zeit als Dick und Doof unsicher – was ein bisschen respektlos ist und auch nicht ganz richtig, trotzdem aber einen wunden Punkt trifft. Stan und Ollie sind zumeist die Dummen in ihren Filmen, über die das Publikum herzlich lachen kann. Unvergessen so wundervolle Laurel/Hardy-Fime wie „Alles in Schlagsahne“ mit der größten Tortenschlacht aller Zeiten und „Zwei Matrosen“, bei dem sich die Teilnehmer eines Verkehrsstaus gegenseitig die Autos zerlegen. Noch lustiger „Eine Landpartie“ (A Perfect Day), bei dem Stan und Ollie mit ihren Frauen und einem Onkel zum Picknick ins Grüne fahren wollen und nach einigen Missgeschicken gleich nach der ersten Kurve in einem Schlammloch versinken. Jung und alt haben herzlich über das ständige „Auf Wiedersehen!“-Gerufe gelacht, das den überschwänglichen, von heftigem Winken und Hüteschwenken begleiteten Anschied von den Nachbarn begleitet. Nun gibt es einen Spielfilm über das geniale Duo, ein sogenanntes Biopic, das sich allerdings auf die letzten Jahre ihrer Karriere konzentriert, auf eine Theatertour durch Großbritannien. Und schon der Titel „Stan und Ollie“, also die Nennung der Vornamen, weist daraufhin, dass es hier sehr persönlich und privat zugehen wird.
 
Nach einem kurzen Blick auf Laurel/Hardys große Erfolge, die Westernkomödie „Im fernen Westen“ zum Beispiel, oder ihre Streitigkeiten mit dem legendären Produzenten Hal Roach um mehr Geld springt der Film ins Jahr 1953. Stan Laurel und Oliver Hardy – im perfekten Zusammenspiel von Steve Coogan und John C. Reilly verkörpert – schiffen sich, begleitet von ihren Frauen, nach Großbritannien ein, um eine nostalgische Theatertour durch englische Städte zu absolvieren, bei der sie noch einmal ihre besten Sketche aufführen. So wollen sie einem Hollywood-Mogul bei Columbia beweisen, dass sie noch immer für einen weiteren Film gut sind. Stan und Ollie sind älter geworden, sie haben sich in den letzten Jahren kaum gesehen, doch so bald sie auf der Bühne stehen, greifen sie perfekt auf ihre erprobten Sketche zurück. Allerdings hält sich das Publikumsinteresse in Grenzen, ihr windiger britischer Promoter hat nur kleine Klitschen gebucht. Doch dann erklären sich Stan und Ollie bereit, Werbung im Fernsehen und für Zeitschriften zu machen. Immer mehr Menschen kommen zu ihren Shows. Doch die zusätzliche Arbeit fordert ihren Tribut. Ollie erleidet einen Herzanfall, die Rückkehr ins Kino wird immer unwahrscheinlicher.
 
Zu den Schönheiten des Films zählt, dass Regisseur Jon S. Baird, die Komik von Laurel/Hardy genau nachempfindet. Das berühmte „Tit for Tat“, Hardys „Slowburn“ oder Albernheiten wie das synchron getanzte Kartoffelballett sind auch heute noch köstlich. Kurzum: „Stan und Ollie“ ist ein extrem lustiger, sehr unterhaltsamer Film. Doch es geht hier noch um mehr; um eine Freundschaft, die vor Jahren einmal einen Knacks erhielt, um zwei alte Männer, die es noch einmal wissen wollen und sich vor Armut und Einsamkeit fürchten, um zwei Ehefrauen, die sich – aus unterschiedlichen Gründen – um ihre Gatten sorgen. „Stan & Ollie“ ist voller zärtlicher Momente, vor allem, wenn Stan den kranken Ollie im Krankenhaus besucht und so zu ihrer Versöhnung beiträgt. Geschickt findet Baird die Balance zwischen lustigem Slapstick und leisem Drama. Und wird dabei von zwei tollen Darstellern unterstützt.
 
Michael Ranze, programmkino.de


EDIE - FÜR TRÄUME IST ES NIE ZU SPÄT -ab . Mai

Großbritannien 2017, 102 Minuten, Regie: Simon Hunter, mit Sheila Hancock, Kevin Guthrie, Paul Brannigan u.a.


Edie hat sich ihr Leben lang nach den Bedürfnissen anderer gerichtet. Als ihre Tochter Nancy sie in ein Altersheim stecken will, beschließt die 83-Jährige, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich einen fast vergessenen Traum zu erfüllen: den Berg Suilven in den schottischen Highlands zu erklimmen. Mit ihrer angestaubten Wanderausrüstung wagt sie das Abenteuer und engagiert den jungen Jonny, um sie für den herausfordernden Aufstieg vorzubereiten. Dieser lernt schnell ihren Dickkopf kennen, erfährt aber auch immer mehr über ihre Geschichte – und Edie beginnt allmählich, anderen und sich selbst zu vertrauen. So stolpern beide unverhofft in eine Freundschaft, die ihr Leben wunderbar auf den Kopf stellt.

In der Hauptrolle der forschen aber liebenswerten Edie bahnt sich eine brillant aufspielende Sheila Hancock schnell ihren Weg in die Herzen der Zuschauer. In atemberaubenden Bildern fängt der Film die Schönheit der schottischen Highlands ein und offenbart wie beiläufig die Einmaligkeit des Lebens. Der beglückende Publikumsliebling erzählt von verpassten Chancen, der Erfüllung lang gehegter Träume und vom Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.

ROADS - ab 30. Mai

Deutschland/ Frankreich 2019, 99 Minuten, Regie: Sebastian Schipper, mit Fionn Whitehead, Stéphane Bak, Moritz Bleibtreu u.a.


Der 18-jährige William aus dem Kongo versucht die Grenze nach Europa zu überwinden, um dort seinen verschollenen Bruder zu suchen. In Marokko trifft er zufällig auf den gleichaltrigen Briten Gyllen, der das Luxus-Wohnmobil seines Stiefvaters entwendet hat und damit dem Familienurlaub entflohen ist. Die beiden werden zu perfekten Verbündeten: Getrieben von Abenteuerlust sowie einer großen Sehnsucht bahnt sich das ungleiche Paar seinen Weg durch Europa. Während die jungen Männer auf ihrer Reise immer stärker zusammenwachsen, werden sie mit Entscheidungen konfrontiert, die nicht nur ihr eigenes Leben nachhaltig beeinflussen...
Zwei Jahre nach dem sensationellen Erfolg von "Victoria" schickt der preisgekrönte Regisseur in "Caravan" zwei Achtzehnjährige auf einen ebenso aufregenden wie bewegenden Trip durch Europa. Besetzt mit dem britischen Shootingstar Fionn Whitehead ("Dunkirk") und dem französischen Nachwuchsstar und Stand-Up-Comedian Stéphane Bak ("Elle") erzählt er in seiner ersten internationalen Produktion von einer Welt im radikalen Umbruch. In der Flüchtlingskrise findet Sebastian Schipper, der das Drehbuch gemeinsam mit Oliver Ziegenbalg ("Friendship!") geschrieben hat, ungesehene Bilder und Momente voll von überraschendem Humor und überwältigender Emotionalität. Gleichzeitig entwickelt er einen Blick auf die tiefen emotionalen und gesellschaftlichen Risse, die unsere westliche Welt prägen.