Demnächst im Roxy Kino


VICTORIA - MÄNNER & ANDERE MISSGESCHICKE - ab 4. Mai

Frankreich 2016, 97 Minuten, Regie: Justine Triet, mit Virginie Efira, Vincent Lacoste, Melvil Poupaud u. a.


Victoria ist Anwältin in Paris, Ende 30, alleinerziehend, hat ein lockeres Sexleben und ist charmant-egozentrisch. Bei einer Hochzeit trifft sie ihren guten Freund Vincent sowie Sam, einen Kleindealer, den sie vor einiger Zeit verteidigt hat. Tags darauf steht Vincent unter Anklage wegen versuchtem Mord an seiner Freundin. Einziger Zeuge ist der Dalmatiner des Opfers. Widerwillig übernimmt Victoria seine Verteidigung. Als sie dann auch noch Sam als Au Pair einstellt, nimmt das Chaos in Victorias Leben seinen Lauf.

Frankreichs Darling Virginie Efira (Birnenkuchen mit Lavendel) spielt in diesem temporeichen, herrlich neurotischen Porträt einer Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs ihre absolute Paraderolle. Die unkonventionelle Rom-Com von Regisseurin Justine Triet eröffnete in Cannes die Semaine de la Critique und avancierte in Frankreich zum Überraschungshit.


EIN TAG WIE KEIN ANDERER - ab 11. Mai

Israel 2016, 98 Minuten, Regie: Asap Polonsky, mit Shai Avivi, Evgenia Dodina, Tomer Kapon u. a.


Vor sieben Tagen haben Eyal (Shai Avivi) und Vicky (Evgenia Dodina) ihren 25-jährigen Sohn beerdigt. Die Shiva, das jüdische Trauerritual, ist nun beendet, die Besuche und Beileidsbekundungen ebben ab. Während Vicky schnellstmöglich zur Normalität eines geregelten Lebens zurückkehren möchte, geht Eyal den entgegensetzten Weg und konserviert seinen momentanen Ausnahmezustand mit allen Mitteln: Er freundet sich mit dem Nachbarsohn Zooler an. Zusammen verbringen sie einen unvergesslichen Tag voller absurder Situationen und finden gemeinsam einen Weg aus der Trauer.

 

2016 wurde EIN TAG WIE KEIN ANDERER bei der Weltpremiere auf dem Festival in Cannes minutenlang mit Standing Ovations gefeiert und im selben Jahr auf dem International Filmfestival Jerusalem mit fünf Hauptpreisen ausgezeichnet. EIN TAG WIE KEIN ANDERER besticht durch feinen jüdischen Humor im Stil der Coen-Brüder. Israel setzte ihn zudem auf die Liste für die Einreichungen zu den Oscars.


JAHRHUNDERTFRAUEN - ab 18. Mai

USA 2016, 118 Minuten, Regie: Mike Mills, mit Annette Bening, Billy Crudup, Greta Gerwig u. a.


Kalifornien, Ende der 70er Jahre – eine wilde, inspirierende Zeit der kulturellen Umbrüche, Freiheit liegt in der Luft. Dorothea Fields (Annette Bening), eine energische und selbstbewusste Frau Mitte 50, erzieht ihren Sohn Jamie (Lucas Jade Zumann) ohne den Vater, holt sich aber Unterstützung von zwei jungen Frauen: Abbie (Greta Gerwig), die freigeistige und kreative Mitbewohnerin, und Jamies beste Freundin Julie (Elle Fanning), ein gleichermaßen intelligentes wie provokatives Mädchen.

So verschieden sie sind, alle vier stehen für einander ein – und es gelingt ihnen eine Bindung für das ganze Leben zu schaffen.


YOU'LL NEVER WALK ALONE - ab 18. Mai

Deutschland 2017, 100 Minuten, Regie: André Schäfer, mit Joachim Król, Campino, Jürgen Klopp u. a.


In vielen Fußballstadien singen die Fans vor dem Spiel „You’ll Never Walk Alone“; das Lied scheint eins geworden mit der Fankultur.

Dabei ist im Text von Fußball eigentlich keine Rede.

Stattdessen wird von einem Unwetter gesungen, in dem man den Kopf einziehen möchte, in dem die Träume sturmgepeitscht und verweht werden, tossed and blown.

Und, na klar, in dem man die Hoffnung trotz allem nicht sinken lassen soll: „Walk on, walk on“! Nichts als eine Durchhalteparole in C-Dur?

Der Dokumentarfilm erzählt die verblüffende Karriere dieses Songs.

Es ist eine lange, spannende und wunderbare Geschichte. Hans Albers tritt darin ebenso auf wie Jürgen Klopp, die Musical-Genies Rodger & Hammerstein geben ihr eine entscheidende Wendungen, Beatles-Manager Brian Epstein und der von ihm zu Weltruhm gebrachte Mersey-Beat der 1960er Jahre klingen darin ebenso nach wie Campino und die Toten Hosen.

Und wer hätte gedacht, dass die Stadionhymne ihre erste Wurzel im Budapest zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte?

Dort nämlich schrieb im Jahr 1909 (also im selben Jahr, als in Dortmund die Borussia gegründet wurde) der damals weltberühmte Autor Ferenc Molnár ein neues Theaterstück: „Liliom“. Der Film erzählt, wie dieses Stück über Wien, Berlin und Hamburg nach New York kommt, wo die Musical-Autoren Rodgers und Hammerstein es als „Carousel“ für den Broadway vertonen und dazu den Song „You’ll Never Walk Alone“ schaffen, der über kuriose Wege ins Liverpool der Beat-Epoche findet, ins Stadion des FC Liverpool und von dort in alle Welt.

Der Schauspieler und bekennende Fußballfan Joachim Król führt durch den Film und begibt sich auf die Spuren des Liedes. Er spricht mit Schauspielern, Musikern und Fußballbegeisterten, unter anderem mit Jürgen Klopp und Campino, mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock vom Balthasar-Neumann-Chor, mit Mavie Hörbiger und mit John Lennons Freund Gerry Marsden, dem Frontman der Liverpooler Band „Gerry and the Pacemakers“, die „You’ll Never Walk Alone“ zum Nummer-Eins-Hit in Großbritannien machte.

So erscheinen der Song und seine Geschichte wie aus Puzzlestücken zu einem Portrait des 20. Jahrhunderts zusammengesetzt, eine grandiose, ungarisch-wienerisch-deutsch-amerikanisch-englische, transnationale Koproduktion. Als globales Kulturgut gehört die Hymne heute zu den bekanntesten und meist gesungenen Liedern des Planeten – übertroffen wohl nur noch von „White Christmas“ (ist dafür aber saisonunabhängig).

In unerreicht einfachen Worten, hymnisch und sangbar, geht dieses Lied geradezu unverschämt unaufhaltsam erst ins Ohr, dann zu Herzen und gibt Hoffnung, dass keine Einsamkeit, keine Verlassenheit, kein Donnerwetter für immer währt.

Denn am Ende der Zeilen hat man einander, und es gilt für alle Zukunft: You’ll Never Walk Alone.